Marcel Seer
 - 8. Juni 2020

Virtuelles Krankenhaus: So versorgen große Krankenhäuser kleinere Kliniken mit Spezialwissen

Virtuelles Krankenhaus

Die Corona-Krise hat unser Gesundheitssystem verändert. Zwar war die Digitalisierung von Krankenhäusern auch vor der Pandemie ein wichtiges Thema in Deutschland. Einige Digitalisierungs-Projekte wurden jedoch aufgrund des Virus vorgezogen.

Hierzu zählt auch das Virtuelle Krankenhaus in Nordrhein-Westfalen. Dieses Projekt soll die Vernetzung der verschiedenen Kliniken vorantreiben und Ressourcen im Gesundheitssystem bündeln.

Deshalb ist das Virtuelle Krankenhaus so wichtig

Medizin ist vielfältig. Um die besten Ergebnisse zu erzielen, gibt es viele Spezialisierungen. Gerade kleinere Kliniken haben jedoch begrenzte Ressourcen und bilden spezielle Fachbereiche nicht so gut ab, wie es z. B. große Universitätskliniken tun.

Am Beispiel des Corona-Virus lässt sich das besonders gut darstellen. Kleineren Krankenhäusern, die kein eigenes Infektiologie-Zentrum betreiben, würde zusätzliche Expertise bei schwer verlaufenden Corona-Fällen helfen.

Um eine bessere Behandlung der Patienten zu ermöglichen, wurde das Virtuelle Krankenhaus Ende März 2020 eingeführt. Damit profitieren auch kleinere Krankenhäuser im ländlichen Raum vom Knowhow der großen Kliniken.

So funktioniert das Virtuelle Krankenhaus

Im Rahmen des virtuellen Krankenhauses unterstützen Spezialkliniken andere Krankenhäuser mit sogenannten Telekonsilen. Dabei halten Ärzte eine Videosprechstunde ab und beraten sich gegenseitig zu verschiedenen Patienten und Krankheitsverläufen.

Von den Erfahrungen in einem Krankenhaus profitieren somit auch die anderen Kliniken. Vor allem bei wenig erforschten Krankheiten wie einer Corona-Infektion profitieren Patienten mit diesem System frühzeitig von bereits erzielten Behandlungserfolgen.

Um die gezielte Behandlung von Corona-Fällen voranzutreiben, standen bei der Einführung des Projektes während der Corona-Krise die beiden Bereiche Intensivmedizin und Infektiologie im Fokus.

Die Universitätskliniken Münster und Aachen stellen ihr Knowhow anderen Krankenhäusern seit dem Start des Projektes zur Verfügung.

So werden die Daten zwischen den Kliniken ausgetauscht

Zu den großen Herausforderungen bei neuen Digitalisierungsmaßnahmen gehört der Datenschutz. Auf einen zuverlässigen Datenaustausch sind Kliniken jedoch angewiesen, wenn sie miteinander kooperieren.

Das Virtuelle Krankenhaus verwendet deshalb die elektronische Fallakte in Verbindung mit einem Webportal. Dabei handelt es sich um ein System, das gemeinsam von der RZV GmbH, der InterSystems GmbH und dem Fraunhofer Institut entwickelt wurde.

Die Lösung ermöglicht den Beteiligten, verschiedene Informationen datenschutzkonform auszutauschen. Hierzu gehören zum Beispiel auch Dokumente, die speziell auf den Bedarf von Patienten mit einer schweren Corona-Erkrankung zugeschnitten sind.

Fazit 

Das Virtuelle Krankenhaus ist ein Projekt, bei dem Spezialkliniken kleinere Krankenhäuser unterstützen. In sogenannten Telekonsilen beraten sich Mediziner aus den Krankenhäusern – so profitieren auch Patienten in kleineren Kliniken von aktuellen Erfahrungswerten.

Der datenschutzkonforme Austausch von Informationen findet über die elektronische Fallakte statt. Sie ermöglicht Ärzten aus anderen Kliniken einen Einblick in die Situation der Patienten und ist ein wesentlicher Baustein für eine individuelle Therapie.

Was halten Sie von dem Projekt des virtuellen Krankenhauses? Haben Sie selbst auch schon Erfahrungen mit dem neuen System gemacht? Hinterlassen Sie uns gerne einen Kommentar und melden Sie sich persönlich bei mir, wenn Sie mehr über virtuelle Krankenhäuser erfahren möchten!

Marcel Seer

Marcel Seer

Mein Name ist Marcel Seer und ich bin begeisterter Online Marketing Manager bei mindsquare. Wie meine Kollegen habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht.

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