Marcel Seer
 - 28. April 2020

Krankenhaus­informations­systeme

Ohne Software-Lösungen wäre unser Gesundheitssystem so fragil wie ein Kartenhaus. Krankenhäuser sind auf sie angewiesen, um effiziente Ablaufprozesse sicherzustellen. Zu den besonders wichtigen Lösungen gehören computerbasierte Krankenhausinformationssysteme (KIS). Sie fassen Technologien zusammen, mit denen Kliniken ihre Daten verwalten.

Was ist das Krankenhausinformationssystem?

Mit einem KIS erfassen und bearbeiten Kliniken Daten. Das System sorgt dafür, dass Mitarbeiter aus verschiedenen Abteilungen auf diese Datensätze zugreifen können. Kliniken betreiben damit also eine effektive Datenverwaltung. Offiziell fallen unter den Begriff KIS alle Formen der Datenweitergabe, z. B. auch mit Papierdokumenten oder Absprachen. Im Allgemeinen meinen Menschen jedoch eine computerbasierte Lösung, wenn sie von einem Krankenhausinformationssystem sprechen.

Zum KIS gehören neben den Computernetzwerken und Servern auch PCs, Laptops und Tablets. Alle Komponenten können dabei von verschiedenen Herstellern kommen: Zu einem KIS zählen zum Beispiel auch sehr spezielle Systeme in den Laboren oder der Radiologie. Das Krankenhausinformationssystem ist also kein spezifisches Software-Produkt, sondern die Gesamtheit aller verwendeten Lösungen für die Datenverwaltung.

Krankenhausinformationssystem

Auch Tablets und andere mobile Geräte sind Teil des KIS.

Vielfalt: Darum beinhaltet ein KIS mehrere Lösungen

Dass ein KIS aus mehreren Einzellösungen besteht, hat einen Grund: Entwickler müssen immer mehr neue Funktionen erstellen. Dies liegt auch daran, dass sich gesetzliche Regelungen oft ändern. Regelmäßige Neuerungen, z. B. bei den Abrechnungsregeln, zwingen Betreiber dazu, das System regelmäßig anzupassen.

Diese Daten erfassen Krankenhausinformationssysteme

Krankenhausinformationssysteme verwalten umfangreiche Datensätze wie

  • Patientenstammdaten
  • Krankheitsdaten
  • Medizinische Leistungen
  • Abrechnungsdaten
  • Daten, um Dokumente zu erstellen
  • Daten aus speziellen Abteilungen wie der Radiologie oder dem Labor
  • Daten über Verbrauchsmaterial
  • Daten zur Lagerhaltung

Wie ein Krankenhausinformationssystem in der Praxis aussehen kann

In der Praxis optimiert ein computerbasiertes KIS die Prozesse in Kliniken enorm. Es generiert zum Beispiel Arbeitslisten für Mitarbeiter. Ärzte können über ein Krankenhausinformationssystem auf individuelle Behandlungsrichtlinien von Patienten zugreifen und sparen sich auf diese Weise viel Zeit. Das System zeigt ihnen Informationen wie OP-Berichte, Röntgenbilder oder Laborergebnisse an. Den weiteren Verlauf der Behandlung können sie damit auf einer soliden Grundlage schnell planen.

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Auch Verwaltungs-Mitarbeitern nimmt ein KIS viel Arbeit ab. Belegungslisten für die verschiedenen Arbeitsräume generiert eine solche Lösung automatisch. Außerdem sorgt es für eine reibungslose Kommunikation, indem es Meldungen weiterleitet. Als vorteilhaft haben sich auch Wiki-Systeme erwiesen, auf denen sich alle Mitarbeiter über die Prozesse eines Krankenhauses informieren können. Auch solche Lösungen zählen zum KIS.

Mit dieser Funktion sichern Kliniken den Datenschutz

Kliniken können ihre Daten nicht einfach so verwalten, sondern müssen sich an gesetzliche Vorgaben halten. Ein Krankenhausinformationssystem richtet sich daher auch immer nach den juristischen Rahmenbedingungen. Eine wesentliche Rolle hierbei spielt der Datenschutz. Patientendaten sind sensible Informationen. Um sie abzusichern, verfügen Krankenhausinformationssysteme über Berechtigungsrollen.

Verantwortliche legen für jeden Mitarbeiter eine Rolle an, die verschiedene Zugriffsberechtigungen auf das System hat. Jede Rolle erhält somit lediglich die Einsicht auf die Daten, die sie wirklich zur Ausübung ihrer Tätigkeit braucht.

Einem Angestellten aus der Abrechnung ist es dadurch in der Regel nicht erlaubt, auf die Radiologie-Befunde eines Patienten zuzugreifen. Auf diese Weise tragen die Systeme hohen Datenschutzstandards und der DSVGO (Datenschutzgrundverordnung) Rechnung.

Woran Sie ein gutes Krankenhausinformationssystem erkennen

Ein gutes Krankenhausinformationssystem ist zugleich ein Qualitätsmerkmal für eine Klinik. Wie ein System zu bewerten ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zum einen ist die Datengrundlage entscheidend. Welche Daten lassen sich mit dem KIS verwalten? Hat das medizinische Personal jederzeit einen schnellen Zugang zu erforderlichen Daten? Wenn dem so ist, erfüllt das KIS seine wichtigste Aufgabe.

Aber es gibt einen weiteren Qualitätsfaktor: Die Benutzerfreundlichkeit. Ein Krankenhausinformationssystem sollte einfach zu bedienen sein. Dadurch optimieren Kliniken ihre Prozesse so effizient wie möglich. Zudem fällt Anwendern der Umgang mit den verschiedenen Systemen in einem KIS deutlich einfacher. Krankenhäuser vermeiden dadurch Verzögerungen im Betriebsablauf.

Wie Patienten von einem KIS profitieren

In einer gemeinsamen Studie haben Philips und Deloitte den Digitalisierungsstand von Kliniken untersucht. Hierbei spielte das Krankenhausinformationssystem eine entscheidende Rolle.

Die Bevölkerung erwartet von ihrem Gesundheitsversorger bequemere Kommunikationskanäle. Die Studie befragte deshalb Patienten, ob sie auf elektronische Kommunikationskanäle im Krankenhaus zugreifen konnten. 60 % gaben an, überhaupt keine elektronische Unterstützung erhalten zu haben. Lediglich 15 % der Befragten konnten auch nach dem Krankenhausaufenthalt auf Behandlungs-Informationen zugreifen.

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Patienten in das KIS mit einzubeziehen, bietet enormes Optimierungspotenzial. Nicht nur das medizinische Personal profitiert davon – auch der Patient tut das. Er erhält Informationen dadurch wesentlich schneller. Indem Patienten auf ihre eigenen Werte zugreifen, können sie wichtige Informationen besser verstehen. Patienten befinden sich dann mit Ärzten zunehmend auf Augenhöhe.

Wie ein solches System funktionieren kann, hat das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf gezeigt. Im Rahmen eines deutschlandweit einmaligen Digitalisierungsprojektes haben die Betreiber QR-Codes auf individuelle Medikamenten-Tüten für ihre Patienten drucken lassen.

Sobald Patienten den Code gescannt haben, wurden sie auf eine Internetseite weitergeleitet. Dort konnten sie sich über die Risiken und Nebenwirkungen verschriebener Medikamente informieren.

So lassen sich heutige Krankenhausinformationssysteme verbessern

Viele Angestellte im medizinischen Bereich wünschen sich ein ausgedehnteres KIS. Zurzeit ist es vor allem dafür zuständig, Daten zu verwalten. In Zukunft sollen solche Systeme Automatisierungsprojekte vorantreiben. Ein KIS könnte zum Beispiel auch dabei helfen, Materialien und Geräte zu verfolgen und interne Logistikprozesse zu automatisieren.

Fazit

Mit einem Krankenausinformationssystem verwalten Kliniken ihre Daten. Der Begriff fasst alle Prozesse zusammen, mit denen Mitarbeiter Daten austauschen oder archivieren. Obwohl es sich bei dem Begriff also um eine sehr allgemeine Bezeichnung handelt, bezieht er sich im Praxis-Alltag in der Regel auf computerbasierte Lösungen.

Digitale Krankenhausinformationssysteme beinhalten in der Regel verschiedene Systeme von unterschiedlichen Herstellern. Diese machen verschiedene Informationen digital verfügbar.

Angestellte können diese Daten schnell aufrufen und auf diese Weise schneller arbeiten. Auch Patienten helfen diese Lösungen, indem sie ihnen relevante Daten einfach zugänglich machen. In Zukunft planen Kliniken Krankenhausinformationssysteme bei Automatisierungs-Projekten einzusetzen.

Haben Sie weitere Fragen zu Krankenhausinformationssystemen? Kontaktieren Sie mich gerne, damit ich Sie in einem unverbindlichen Gespräch beraten kann.

Marcel Seer

Marcel Seer

Mein Name ist Marcel Seer und ich bin begeisterter Online Marketing Manager bei mindsquare. Wie meine Kollegen habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht.

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