Marcel Seer
19. Oktober 2020

SecurPharm

Von vielen Produkten gibt es nicht nur das Original, sondern auch Nachahmungen. Meistens sind solche Fälschungen billiger und von geminderter Qualität. Im Falle einer Marken-Handtasche ist eine Imitation ärgerlich, im Falle eines Medikaments kann sie lebensgefährlich sein. Um Fälschungen aus deutschen Apotheken fernzuhalten, gibt es seit Anfang 2019 den digitalen Fälschungsschutz SecurPharm. Auf welche Weise Arzneimittel gefälscht werden und wie SecurPharm dazu beitragen kann, Nachahmungen aufzudecken, erfahren Sie in diesem Beitrag.

SecurPharm: Nachahmungen von Medikamenten aufdecken

So werden Arzneimittel gefälscht

Die deutsche Arzneimittelversorgung gehört zu den sichersten der Welt. Seit Jahren tragen die Apotheken durch optische Prüfungen dazu bei, gefälschte Arzneimittel nicht in Umlauf gelangen zu lassen. So gab es in den vergangenen Jahren nur selten gefälschte Arzneimittel innerhalb der legalen Lieferkette (bestehend aus öffentlichen Apotheken und Krankenhausapotheken). Zukünftig soll das IT-basierte SecurPharm die Sicherheit und Echtheit von Arzneimitteln zusätzlich gewährleisten, um den schwer aufzudeckenden Fälschungen einen Schritt voraus zu bleiben.

Nach der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind Arzneimittelfälschungen durch falsche Angaben gekennzeichnet. Diese beziehen sich auf:

  • ihrer Herkunft (Hersteller, Herstellungsland, Inhaber der Zulassung)
  • ihrer Inhaltstoffe (Zusammensetzung, Art und Menge von Wirk- und Hilfsstoffen)
  • ihrer Identität (z. B. Marke, Verpackung)

So werden allgemein 3 Fälschungsformen unterschieden:

  • Original-Medikament mit gefälschter Packungsbeilage und/oder gefälschter Umverpackung
  • Original-Medikament in gefälschter Primärverpackung (Blister) und Umverpackung sowie gefälschter Packungsbeilage
  • Gefälschtes Medikament in gefälschter Verpackung (Totalfälschung)
Krankenhausapotheke 4.0
Sie erfahren in unserem Live-Webinar, wie Sie Ihr Arzneimittelmanagement von der Bedarfsmeldung über den Einkauf und den Wareneingang bis zur Abgabe an die Station automatisieren und somit manuelle Prozesse bis auf das Nötigste beschränken können.

Arzneimittelfälschungen bergen Gefahren für Verbraucher und Hersteller

Totalfälschungen sind am offensichtlichsten schädlich für den Anwender. Sie enthalten entweder zu viel oder zu wenig Wirkstoff, oder sie enthalten gar keinen oder einen unbekannten Wirkstoff. Je nach Art des Medikaments und der zu behandelnden Krankheit kann eine Über- oder Unterdosierung oder ein falscher Wirkstoff im schlimmsten Fall lebensgefährliche Folgen für den Patienten haben.

Das Originalmedikament in falscher Verpackung wirkt zunächst weniger schädlich – dem Anwender ist es schließlich egal, ob die Verpackung seines Medikaments grün oder blau ist. Allerdings können die Arzneimittel beim Umverpacken verunreinigt werden. Eine falsche Lagerung kann eine Verminderung der Qualität nach sich ziehen. Es ist auch nicht auszuschließen, dass bereits abgelaufene Medikamente umgepackt und wieder in Umlauf gebracht werden.

Auch für den Hersteller sind Fälschungen ein besonderes Ärgernis, denn sie schädigen durch schlechte Qualität des Arzneimittels den Ruf der Marke.

E-Book Cover Digitalisierung der Gesundheitsbranche

Wie Digitalisierungsprojekte unser Gesundheitssystem revolutionieren

Wie profitieren Ärzte und Patienten von digitalen Lösungen in der Gesundheitsbranche? Wo liegen Chancen? Wo Risiken? All das erfahren Sie in diesem E-Book.

So gelangen Fälschungen in Umlauf

In Deutschland werden gefälschte Medikamente am häufigsten über unseriösen Internet- und Versandhandel in Umlauf gebracht. Am sichersten gilt der Erwerb von Arzneimitteln in einer niedergelassenen Apotheke oder einer zugelassenen Versandapotheke. Die Wahrscheinlichkeit, ein gefälschtes Arzneimittel zu erhalten, ist hier am geringsten. Dennoch besteht die Möglichkeit. Mit SecurPharm soll sich jeder Patient und Hersteller sicher sein können, dass in Apotheken kein gefälschtes Arzneimittel über die Ladentheke geht.

In vielen anderen Ländern auch innerhalb der EU kommen Arzneimittelfälschungen in Apotheken häufiger vor, als hierzulande.

Wie schützt SecurPharm vor Arzneimittelfälschungen?

Seit dem 9. Februar 2019 muss jedes Medikament, das das Band eines europäischen Arzneimittelherstellers verlässt, mit zusätzlichen Sicherheitsmerkmalen ausgestattet sein: Auf jeder Packung ist seitdem eine Seriennummer (SN) und ein Data Matrix Code abgebildet. Durch die SN wird jede Verpackung eines verschreibungspflichtigen Arzneimittels zum Unikat. Die Hersteller speichern alle SN, die sie vergeben, in einer geschützten Datenbank.

Bevor der Apotheker einem Patienten eine Medikamentenpackung überreicht, scannt er deren Code. SecurPharm gleicht den Code mit der Datenbank des Herstellers ab. Der Patient kann die eingescannte Packung nur mitnehmen, wenn der Code korrekt und die Packung als „noch-nicht-abgegeben“ gekennzeichnet ist. Andernfalls meldet das System einen Fehler.

Dieser kann dadurch zustande kommen, dass die Seriennummer nicht vergeben war, dass die Packung als „bereits abgegeben“ gekennzeichnet war oder, dass die Packung als gestohlen gemeldet wurde. Der Patient erhält in einem solchen Fall eine andere Packung. Die Apotheker versuchen dann, den Grund für die Fehlermeldung zu ermitteln. Gegebenenfalls wird gemeinsam mit dem Hersteller des Arzneimittels ein Fälschungsverdacht verfolgt.

Nicht nur die SN sind seit dem 9. Februar 2019 auf jeder Packung verpflichtend, sondern auch ein Erstöffnungsschutz. Dieser soll Patienten die Gewissheit geben, dass das Mittel nach seiner Verpackung noch nicht geöffnet worden ist. Der Erstöffnungsschutz ist in Form eines Klebesiegels über der Öffnungslasche der Schachtel oder einer Perforationslinie denkbar, die beim ersten Öffnen eingerissen werden muss.

SecurPharm-System: Schutz vor gefälschten Medikamenten

Der Weg des Arzneimittels mit SecurPharm.

Marcel Seer Autor

Websession: SecurPharm

Haben Sie Fragen oder Anmerkungen zum Thema SecurPharm? Dann vereinbaren Sie gerne eine kostenlose Websession. Ich freue mich auf einen persönlichen Austausch!

Fazit

Patienten, die ihre verschreibungspflichtigen Arzneimittel bei einer niedergelassenen Apotheke oder einem zugelassenen Versandhandel erwerben, können sich in Deutschland relativ sicher sein, dass sie ein Originalprodukt erhalten. In den seltenen Fällen, in denen ein Patient ein gefälschtes Mittel mit falschen Wirkstoffen oder mit abgelaufenem Inhalt erhält, kann das für ihn schwerwiegende, schlimmstenfalls tödliche Folgen haben. Zudem fällt ein solcher Vorfall auf den Hersteller des Originalprodukts zurück und auf dessen Image.

Mit SecurPharm wird jede Packung noch einmal auf ihre Echtheit überprüft, bevor sie an den Patienten weitergegeben werden darf. Ein zusätzlicher Erstöffnungsschutz garantiert, dass die Packung noch nie vorher geöffnet und möglicherweise manipuliert wurde. Auf diese Weise werden Patient und Hersteller geschützt und gefälschte Arzneimittel vollständig aus deutschen Apotheken ferngehalten.

Marcel Seer

Marcel Seer

Mein Name ist Marcel Seer und ich bin begeisterter Online Marketing Manager bei mindsquare. Wie meine Kollegen habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht.

Sie haben Fragen? Kontaktieren Sie mich!


Das könnte Sie auch interessieren

Die Digitalisierung im klinischen und medizinischen Bereich bringt wertvolle Fortschritte, aber im Hinblick auf die Absicherung der IT-Systeme auch besondere Herausforderungen mit sich. Wenn Sie im SAP-System Patientendaten, Diagnosen oder Behandlungsdokumentationen verwalten oder es als Krankenhausinformationssystem (KIS) einsetzen, gibt es […]

weiterlesen

Viele Unternehmen aus der Gesundheitsbranche stehen vor der Herausforderung, Ihre Lager oder die Medikamentenversorgung der Kunden zu organisieren. Oftmals entsteht dabei beispielsweise Über-, Unter- oder Fehlversorgungen und Filialen werden falsch beliefert. Gerade in Zeiten des Coronavirus wird die Organisation immer […]

weiterlesen

Ihre Krankenhausapotheke beliefert Ihre angeschlossenen Krankenhäuser mit der richtigen Anzahl an medizinischen Materialien und Arzneimitteln. Für eine fehlerfreie Lieferung ist die richtige Disposition ein wichtiges Thema. Jedoch ist die Datenqualität einer manuellen Disposition nicht immer fehlerfrei. Eine falsche Prognose kann […]

weiterlesen

Unsere Produkte zu SecurPharm

Aufgrund der EU-Norm EN 16931 dürfen alle öffentlichen Dienstleiter zukünftige Rechnungen nur noch elektronisch bearbeiten. Wir bieten Ihnen hierfür eine Lösung an, die sich in bestehende Systeme integrieren lässt und sämtliche E-Rechnungsformate unterstützt.

Mehr Informationen

Digitalisieren Sie sämtliche Prozessabläufe in Ihrer Krankenhauslogistik und profitieren Sie von optimierten Prozessen sowie Kosten- und Zeiteinsparungen. Wir führen die mobile Datenerfassung in Ihrem Krankenhaus nach Ihren individuellen Anforderungen ein.

Mehr Informationen

SAP S/4HANA gehört die Zukunft - dies gilt auch für das Gesundheitswesen. Vor allem betriebswirtschaftliche Prozesse, die das Krankenhaus am Laufen halten, müssen einfacher, schneller und effizienter gestaltet werden. Wie? Mit SAP S/4HANA im Krankenhaus. 

Mehr Informationen

Schreiben Sie einen Kommentar

Bitte füllen Sie alle mit * gekennzeichneten Felder aus. Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.





Expert Session
Ansprechpartner
Unsere Kundenservicemitarbeiterin Manuela Sievert
Manuela Sievert Kundenservice